
Seit heute liefert Zoomer (bitte nicht verwechseln mit Zoomfeed) Nachrichten für die Generation Web 2.0. Betrieben wird das »erste echte Internet-Nachrichtenportal« vom Holtzbrinck-Verlag. Als Mitarbeiter und Herausgeber gewann man den ehemaligen Tagesthemen-Moderator Ulrich Wickert. Die nach eigenen Angaben 40köpfige Redaktion wird von dem Journalisten Frak Syré geleitet.
Zoomer ist tatsächlich anders als alle bisherigen Nachrichtenportale: keine Ressorts, schmale Agentur-Kost, keine redaktionelle Gewichtung – was wichtig ist bestimmen die Masse oder der (aktive) Leser selbst. Und Bilder, Bilder, Bilder. Überall flasht, flackert und poppt es. Im Zentrum der Startseite steht eine La-Ola-Bilderleiste, aus der vergrößerte Fotos heraushüpfen und Bildunterschriften aufklappen.
Das Portal fordert ein völlig anderes Nutzungsverhalten. Die Frage sei erlaubt: Wird es Zoomer gelingen, dies den Usern anzutrainieren? Sie müssen Zeit mitbringen, das knappste Gut der Generation-Web-2.0. Erste Erfahrungsberichte bei Henry Steinhau, DWDL, Medienlese und [Update] Hauptstadtblog, Blogbar, Spiegel Online, … (wird fortgesetzt).



Eines stimmt mich da doch stutzig, die Masse bestimmt was wichtig ist und was nicht. Die Masse liest aber auch Bild, und so sehr ist Zoomer optisch nicht vom entsprechenden Pendant entfernt. Und ist Klicki-Binti-Zisch-Popp nicht spätestens seit den wild über die Seite flackernden animierten Gifs völlig out?
Ich denke auch, dass man den User völlig unterschätzt, so jung er sein mag. Ganz schlimm ist ja die “Sportkolumnistin”, deren Medieneignung scheinbar darin besteht, bei GNT (Germany’s next Topmodeldingens) mitgemacht zu haben. Ich glaube, Zoomer hat noch viel Arbeit vor sich.