»Entweder das Bild ist gut oder nicht.
In welchem Kontext es steht, ist mir letztlich egal.« [Timm Rautert]
Noch bis zum 6. April kann im Hannoveraner Sprengelmuseum die Ausstellung »Wenn wir dich nicht sehen, siehst du uns auch nicht« mit Bildern aus 40 Jahren kreativen Schaffens des Fotografen Timm Rautert bestaunt werden. Interessant ist die Ausstellung – sowie der dazugehörige Katalog – nicht zuletzt deshalb, weil Rautert in diesem Jahr den Lovis-Corinth-Kunstpreis der Künstlergilde Esslingen und des Kunstforums Ostdeutsche Galerie Regensburg erhält, als erster Fotograf in der 30-jährigen Geschichte der Auszeichnung überhaupt. Anlässlich der Verleihung des Preises wird es zudem eine Ausstellung in Regensburg vom 13. Juli bis 5. Oktober 2008 geben.
Timm Rautert studierte ab 1966 Fotografie bei Otto Steinert an der Essener Folkwangschule. Bildjournalistische Reportagen über Rudi Dutschke, Porträts von der Prager Fotografenlegende Josef Sudek oder Bilderserien über Contergankinder, die Wohnungsnot oder die Amish in Pennsylvania sind nur einige wenige Eckpunkte des umfangreichen Arbeitslebens Rauterts. Seine bekanntesten Reportagen erstellte er lange Jahre im Auftrag des damaligen ZEITmagazins. Für die GEO fand seine seltene Reportage über die in Kanada lebenden Hutterer große Beachtung.
Später legte Rautert seinen Schwerpunkt mehr auf langfristige Projekte. So begleitete er ein Jahr lang die Berliner Philarmoniker und dokumentierte die Entwicklung der »Rotis« des befreundeten Designers Otl Aicher. 1993 wurde er als Nachfolger von Arno Fischer zum Professor für Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig berufen, dem ältesten Lehrstuhl für künstlerische Fotografie in Deutschland. Im vergangenen Jahr verließ er schließlich die Hochschule zugunsten seines Ruhestandes.


