Nach einem kurzen Ausflug in die Welt der Digitalfotografie fotografiere ich seit einem Jahr wieder ausschließlich auf analogem Kleinbildfilm. Allerdings heißt es nicht ohne Grund »Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.« Ich will mich den Zeichen der Zeit nun auch nicht versperren. Sie scheinen eine deutliche Sprache zu sprechen. Wo man auch hinsieht – beispielsweise zu den Fragen an Fotografen im bildwerk3 – hat der digitale Speicherchip den 35mm-Film weitestgehend abgelöst. Das wird einem allerspätestens in dem Moment klar, wenn man versucht, Filme mit einer früher standardmäßigen Lichtempfindlichkeit von ISO 100 zu kaufen. Ich meine solche, die nicht der Kodak Farbwelt entstammen. Dies ist nahezu unmöglich geworden. Selbst mein Fotohändler kommt über seinen Großhändler nicht mehr an einen Fuji Superia 100 heran. Und wie ehemals möglich an der rettenden Tankstelle oder im real-Markt braucht man ganz und gar nicht mehr versuchen, filmischen Nachschub zu erhalten. Es sieht so aus, als stellt sich nicht die Frage ob man die digitale Schiene fahren soll, sondern wann endlich und auf welcher Strecke. Die analogen Tage sind gezählt. Bestenfalls das Schicksal der Vinylschallplatten dürfte dem Analogsystem noch bevorstehen: im Verhältnis zur modernen Konkurrenz wird es teurer und und komplizierter verfügbar sein.
Als bekennender und der Marke nachtrauernder Minolta-Fotograf will ich meine Ausrüstung natürlich weiterhin benutzen. Schließlich stecken ein nicht geringer finanzieller sowie vor allem sentimentaler Wert in Objektiven, Blitzgeräten und dem ganzen [meist dann doch relativ selten genutzten] Zubehör. Bisher bot die Nachfolgestrecke des Elektronikriesen SONY, der das Minolta-Know-How übernommen hatte keinen wirklich überzeugenden Wechselgrund. Das Angebot an jenen digitalen Spiegelreflexkameras war bisher sehr, naja, sagen wir übersichtlich. Seit knapp einem Vierteljahr gibt es nun aber die Alpha 700. Könnte sie etwa die neue … gar meine neue Dynax werden? Die Zeichen stehen so schlecht nicht. Das Gros der in der Regel recht objektiven Testberichte im Netz liest sich vielversprechend. Von einer komfortablen Bedienung ist da die Rede, einem niedrigen Farbrauschen, einer sehr guten Bildqualität. Das internationale Magazin für Photographie Photoscala meint, die Alpha 700 sei interessant nicht nur für Wechselwillige aus dem Dynax- oder Alpha-Lager, sondern vermehrt auch für Neueinsteiger ins Alpha-System. Thinkcamera.com vergibt acht von zehn Punkte. Die Meinungen sind durchweg positiv. Die zwölf Megapixel sind derzeit State-of-the-Art im Bereich lizenzfreier Bilder, also momentan absolut ausreichend und im Hinblick auf die Kritiken mehr als eine Überlegung wert. Folge ich dem Digitaltrend doch schneller, als ich vermutet hätte? Wo ich doch ohne das befriedigende Geräusch des Filmtransports und die unbeschreibliche Vorfreude auf entwickelte Bilder nicht leben kann. Besser erstmal einen Tee trinken und auf die nächste Filmentwicklung warten. Einen Schallplattenspieler habe ich schließlich auch noch …
Die Testberichte und Meinungen im Einzelnen:



Tu es!
Da ich mit der digitalen Welt aufgewachsen bin, kann ich da ein Zweifeln nur sehr schwer nachvollziehen ;-)
Bei mir läuft es umgekehrt, ich habe mir jetzt zusätzlich zu meiner digitalen SLR eine analoge SLR bei ebay ersteigert … muss das Ganze dann doch einfach mal ausprobieren.
Es gibt also schon eine Generation Fotografen, die digital erst angefangen haben ;)
Die ProfiFoto bietet übrigens ein 20-seitiges Spezialheft zur α 700 kostenlos zum PDF-Download an: profifoto.de/images/pf_spezial_71.pdf
Hallo Ivo,
ich habe noch einige Konica Impresa ISO 50 Filme im Tiefkühlfach.
Ich glaube, die sind bald so selten, dass sie als Wertanlage durchgehen … ;)