Die New York Times meldet, dass sich Getty Images, der weltgrößte Lieferant von Agenturfotos, Videos und lizenzfreier Musik, zum Verkauf rüstet. Gemeinsam mit Finanzberater Goldman Sachs erhofft man sich Erlöse um 1,5 Milliarden Dollar. Erste Investoren sollen ihr Interesse bekundet haben, darunter Kohlberg Kravis Roberts und Bain Capital.
Getty Images wurde 1995 in Seattle von Jonathan Klein und Mark Getty (einem Spross der legendären Getty Dynastie) gegründet und avancierte schnell durch den Kauf führender Bildagenturen wie Tony Stone, The Image Bank oder Photodisc zum Marktführer. Mit der Einführung der Onlinelizenzierung von Bildern revolutionierten Getty das Bildagenturbusiness.
Vor zwei Jahren machte Getty Images Schlagzeilen mit dem Kauf des Microstock-Portals Istockphoto und stieg so in den Markt der Billigbilder ein. Das vergangene Jahr stand im Zeichen der Diversifizierung: Audio, Entertainment, Video. Welche Auswirkungen ein Verkauf auf den Rest der Bilderbranche haben wird, ist offen.
FontShop ist offizieller Getty-Partner für die Lizenzfrei-Marken Photodisc, Digital Vision, Stockbyte, Photographer’s Choice und Retrofile.



Die Reaktion von Alison Crombie [Senior Director of PR at Getty Images] erinnert mich an die üblichen Floskeln bei wechselwilligen Fußballprofis: photoarchivenews.com/archives/2008_01.html
In diesem Zusammenhang lesenswerter Beitrag vom anderen Standpunkt aus: http://photobusinessforum.blogspot.com/2008/01/theres-sucker-born-every-minute-getty.html
Stimmt, Stefan. Aus diesem Standpunkt heraus muss man das Ganze natürlich auch sehen.
Die Frage ist ja generell, wohin es mit dem Stockphoto-Markt geht. Ich kann bei Getty ein Bild der Milchstrasse fuer mehrere tausend Dollar lizenzieren. Ich kann dasselbe Bild bei iStockphoto fuer 15 Dollar bekommen. Und da das Bild urspruenglich von der NASA kommt, kann ich es von denen – da von einer US-Bundesbehoerde gemacht und somit Public Domain – kostenlos bekommen.
Nachtrag: Getty Images äußern sich zu der gestrigen Aufregung in einer Pressemitteilung.
Es ist nicht die Frage, welche Auswirkungen der Verkauf von Getty auf die Bilderbranche hat. Es ist die Frage, wie sich der Verkauf von Fotos generell entwickeln wird. Ich rechne damit, dass die Verkauffeilbietung zunächst einmal eine Menge Publicity bringen wird und freue mich über die Verkaufszahlen des ersten Monats. Der Rest ist dann Entwicklung, die nicht von dem Verkauf dieser Agentur geprägt sein wird.
In eine ähnliche Kerbe haut Michael Hirschler, der die besten Zeiten von Getty in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft sieht.