
California Street mit Blick auf die Oakland Bay Bridge, © Craig Ferroiggiaro
Natürlich kann ich mich nicht längere Zeit in San Francisco aufhalten, ohne ein wenig die lokale Fotoszene zu erkunden. Besonders aufgefallen ist mir dabei bisher Craig Ferroiggiaro. Der hier geborene Fotograf hat eine einzigartige Sichtweise auf die Stadt. Seit über 20 Jahren ist die Fotografie Teil seines Lebens. Seine erste Kamera als Teenager war ein unscharfes russisches Modell. Als er das erste Mal durch deren Linse schaute, so sagt er, sah er die Welt, wie er sie vorher noch nicht wahrgenommen hatte. Ohne überhaupt ein einziges Foto geschossen zu haben, war er ihr und der Fotografie verfallen.

Chinatown in San Francisco, © Craig Ferroiggiaro
Obwohl ich der HDR-Fotografie mit wachsender Skepsis begegne, faszinieren mich Ferroiggiaros Bilder, da er diese digitale Technik dezent, aber sehr wirkungsvoll und zu keiner Zeit aufdringlich einsetzt. Vor allem in seinen Schwarz-Weiß-Aufnahmen entfaltet sich eine besondere Wirkung, da er sich in der Regel auf eine dunkle, normale und eine helle Belichtung beschränkt. Die Stadt bedeutet ihm viel und jedes Bild wirkt wie eine an sie gerichtete Liebeseerklärung. Seine Bilder lassen uns San Francisco mit völlig neuen Augen fernab der überstrapazierten Touristenspots sehen.


