Kategorie »Technikfeed«


SPIEGEL: Jim Rakete nimmt Abschied vom Handabzug

Noch immer gilt ein Handabzug aus der Dunkelkammer als der Standard für Fotografen und Sammler. Der aktuelle SPIEGEL berichtet über die hochentwickelte Drucktechnik des Berliner Repro-Pioniers Dieter Kirchner, der mit einer modernen Heidelberg-Maschine Fotodrucke in bisher nie dagewesener Qualität herstellt (Skia-Photography). Selbst der konservative Star-Fotograf Jim Rakete zeigt sich beeindruckt.

Seit Jahrzehnten fertigt er seine Abzüge in der eigenen Dunkelkammer an. »Im roten Schein einer Lampe wartete er geduldig, bis auf dem weißen Papier im Entwicklerbad die Gesichtszüge der Porträtierten erschienen, erst grau, dann immer dunkler.« Er belichtete zu helle Partien nach und wedelte dort, wo es zu dunkel wurde, fingerfertig wie ein Maler ab.

Nun steht Rakete am Steuerpult einer Industriedruckmaschine, »lang wie ein Eisenbahnwaggon, laut wie eine Diesellok, untergebracht in einer Werkhalle der Druckerei Benatzky in einem Gewerbegebiet im Norden von Hannover. Hier druckt Kirchner direkt vom Negativ, umgeht also den Papierabzug, und schaft Drucke in der Qualität von Vintage Prints. »Plötzlich sehe ich meine eigenen Fotos in völlig neuem Licht.« resümiert Jim Rakete.

Google-Bildersuche erkennt jetzt Farben

Seit eben bietet die Google-Bildersuche eine neue, komfortable Funktion an: Die gezielte Suche nach dominierenden Farben per Menüauswahl. Damit ist es nun kinderleicht, Fotos von blauen Nelken, grünen Bällen oder roten Autos zu finden. Die Suche nach Farben deutete sich bereits im März dieses Jahres an, dazu mussten aber die Parameter mit einem imgcolor=-Befehl zu den Stichwörtern hinzugefügt werden. Die Suchanfrage nach einem blau-weißen Bild zum Stichwort »Bayern« sah dann so aus: http://images.google.de/images?imgcolor=blue%2Cwhite&q=Bayern.

50 MP

The Sky Is The Limit, möchte man meinen, denn offensichtlich ist die Industrie trotz Sechs-Megapixel-Initiative der Ansicht, die Kunden brauchen immer leistungsfähigere Bildsensoren. Kodak überspringt nun mit seinem Full-Frame-CCD KAF-50100 die magische 50-Megapixel-Grenze. Das gute Stück soll sogar die Verschlusszeit der Kameras reduzieren und die Farbtreue verbessern können und – ganz wichtig in diesen Zeiten – den Stromverbrauch verringern. Ein wahres Wunderwerk der Technik. Trotzdem: ich frage mich, wie ich weiterhin mit weniger als 100 Megapixel auskommen soll …

// Update 22.7.: Der Rekord hat nicht lange gehalten.

Unterdurchschnittliche Nachfrage …

Ist das das Ende des nervigsten Hypes der Fotobranche? Hoffentlich.

Neue AGFA-Fotopapiere in Aussicht

Kaum orakel ich über ein analoges Comeback, da vermeldet die Analoge Photogruppe spekulative, aber interessante Neuigkeiten von AGFA Materials [bisher AGFA-Gevaert]. So ließ ein strategischer Partner des Unternehmens im APHOG-Forum durchblicken, dass im Sommer neue, weiterentwickelte PE-Fotopapiere [Schwarz-Weiß] angeboten werden sollen.

So viel für den Augenblick zu den sehr übersichtlich geworden Entwicklungen fernab der Digitalfotografie …

Im semiprofessionellen Kameraparadies

Nikon D300Phil Askey von Digital Photography Review veröffentlichte endlich seine lang erwartete Rezension der Nikon D300. 33 Seiten sind es schließlich geworden, nirgendwo sonst wird man kostenfrei einen derart umfangreichen Kameratest finden. Die Zwölf-Megapixelkamera bekommt von ihm letztlich ein »Sehr empfohlen« und wird als Beste im semiprofessionellen Bereich bezeichnet. Allerdings ist ihr die gesamte Konkurrenz in Gestalt der Canon 40D [10 MP], der Olympus E-3 [10 MP] und der Sony α 700 [12 MP] so dicht auf den Fersen, dass man quasi keine absolute Kaufempfehlung geben kann. Gerdaezu paradische Zustände also für die Fotogemeinde.

Auf Augenhöhe

Diese Woche stand ganz im Zeichen zahlreicher Pressemeldungen der Kamerahersteller. Klar, die PMA 08 steht vor der Tür und niemand möchte in puncto Aufmerksamkeit vom Mitbewerber übertroffen werden. Erst präsentierte Samsung stolz einen gemeinsam mit Pentax entwickelten neuen 14,6-Megapixel-CMOS-Sensor und lieferte mit der Samsung GX-20 gleich die passende Kamera hinterher. Dann folgte Pentax entsprechend mit der K20D sowie einer ordentlichen Reihe neuer Objektive, bis Canon wie erwartet die EOS 450D mit auch ausreichenden 12,2 Megapixel hinterherschob. Die Konkurrenz der digitalen Spiegelreflexkameras begegnet sich so langsam aber sicher auf Augenhöhe und scheint nicht mehr allein von Canon und Nikon dominiert zu werden. Dem Verbraucher dürfte das Recht sein, denn Konkurrenz – und damit werfe ich gern drei Euro ins Phrasenschwein – belebt ja bekanntlich das Geschäft.

Monsterzoom

Olympus SP-570 UZ… war seinerzeit der überstrapazierte Begriff schlechthin während meiner Zeit beim Lokalfernsehen. Aus allen Kehlen tönte er, wenn wir mal wieder die Zoomfunktion der Videokamera überstrapazierten. Heute gebe ich diesen Begriff offiziell an die neue Olympus SP-570 UZ weiter. Sie verfügt über den größten Brennweitenbereich aller Zeiten: 4,6 bis 92 mm. Umgerechnet auf die noch gängigeren 35-mm-Film-Maße deckt das 20-fach Zoom also einen Bereich von 26 bis 520 mm ab. Zwar dürfte die Kamera nix für echte Fotoprofis sein, eine Erwähnung für die Statistik ist das 549 Euro teure Zehn-Megapixel-Gerät aber wert. Die hätte ich hiermit dann aber auch abgehakt.

Als die Digitalbilder laufen lernten

Originalfoto der Logitech Fotoman, aufgenommen von Benno Rudolf Originalfoto der Logitech Fotoman, aufgenommen von Benno Rudolf
Voller Stolz berichtete unser Kollege und TYPO-Organisator Benno Rudolf nach dem Artikel zur ersten Digitalkamera der Welt, dass er noch im Besitz der ersten digitalen Fotokamera ist, die es seinerzeit für Normalanwender zu kaufen gab. 1990 wurde die Logitech FotoMan [auch als Dycam Model 1 bekannt] der Öffentlichkeit vorgestellt, kurze Zeit später zählte Benno zu den ersten Digitalfotografen. Etwa 1.000 D-Mark legte er für den Spaß damals auf den Ladentisch.

Logitech FotomanIn einer innovativen Form, die unüblicherweise vertikal ausgerichtet war, steckte die Kraft der 256 Graustufen. Auf einem internen Speicher von einem Megabyte Kapazität konnten 32 komprimierte TIFF- oder PICT-2-Dateien im Format 367 × 240 Pixel gespeichert werden. Der Belichtungszeitenbereich lag zwischen 1/30 Sekunde und 1/1000 Sekunde, gern auch durch den eingebauten Blitz unterstützt. Die Bilder mussten zur endgültigen Speicherung und Sichtung auf einen PC übertragen werden. Die Möglichkeit, die Fotos direkt nach der Aufnahme zu begutachten gab es erst fünf Jahre später mit der Casio QV-1. Die erste kaufbare digitale Spiegelreflexkamera wurde übrigens ebenfalls im Jahr 1990 präsentiert. Hierfür zeigte sich Kodak mit der auf der Nikon F3 basierenden DCS-100 verantwortlich, die man ein Jahr später für schlappe 30.000 $ kaufen konnte. (weiterlesen…)

Kommt eine Alpha 900?

Kaum dass Sony ihr digitales Spiegelreflexkameraspitzenmodell α 700 am Markt positioniert und das neue Einsteigermodell α 200 auf selbigen geworfen hat, brodelt die Gerüchteküche wieder. Unter den Köchen ist die Rede von einer α 900 mit einem Vollformatsensor mit über 20 Megapixeln und damit ernsthaften Konkurrenz zur »Pixelkönigin« Canon 1Ds Mark III. An solchen Spekulationen beteiligen wir uns natürlich nicht … ganz und gar nicht …