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Nur gucken, nicht fotografieren!

RechtlichesVor einiger Zeit berichteten wir über eine Geschichte, in der es um ein fehlendes Property Release ging. Vielleicht haben die Damen und Herren der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg diesen Artikel gelesen. Die Kollegen von Fotostoria machen uns jedenfalls darauf aufmerksam, dass jene SPSG nun die Bildagentur Ostkreuz mit einer Unterlassungsklage bedacht hat, Bilder ihrer Schlösser wie zum Beispiel Sanssouci ohne Beteiligung der SPSG nicht mehr zu vertreiben. Welche juristische Tragweite das Ganze hat, wird vielleicht beim Lesen der diesbezüglichen Beiträge im Tagesspiegel oder auf heise.de klar.

Die fotografische Nische finden (1/2)

Unter der Überschrift »Photography Niches You Never Considered« helfen die Autoren von Photopreneur Inspiration für blockierte Fotografenhirne zu finden. Sie zählen Nischen auf, die nur darauf warten, von professionellen Fotografen besetzt zu werden. Wir erhielten freundlicherweise die Erlaubnis, den Artikel in leicht angepasster Form zu übersetzen.

Den eigenen motivischen Fokus auf ein kleines, spezifisches Gebiet zu legen, kann demnach sehr hilfreich sein. Auch und besonders aus finanzieller Sicht, vor allem im Bereich lizenzfreier Bilder. Sollte einer der vorgeschlagenen Nischen nicht geeignet erscheinen, kann sich schon einen Schritt weiter die nächste, passendere befinden. Natürlich kann man sich derart intensiv auf eine einzige Nische konzentrieren, dass man bald als großer Meister dieser Kategorie gilt. Auch kann die Liste gegebenenfalls bloß als Anregung neuer Motive verstanden werden, sowohl für Profis als auch für Amateure.

1. Die eigene Straße

Niemand kennt die Straße besser als der, der in ihr zu Hause ist. In der eigenen Nachbarschaft kennt man sich selbst am besten aus und viele Nachbarn – zum Beispiel die Pizzeria um die Ecke – wünschen sich gute Bilder ihres Kiezes, sind aber mit ihren eigenen Fotografien nicht zufrieden. Außerdem wohl die beste Nische, um endlich der Lokalheld zu werden, der man schon immer sein wollte.

2. Kuchen

Auch in der Lebensmittelfotografie kann man sich auf ein spezielles Motiv oder besser gesagt eine spezielle Speise beschränken. Mit Kuchen könnte man zum Beispiel beginnen. Herauszufinden, wie man den Kuchen am schmackhaftesten in Szene setzt, ist eine große Herausforderung. Noch dazu schmeckts nach dem Shooting gut. Vorsicht jedoch vor zu viel Kuchen! Man will ja vom Fotografieren schließlich keine Wampe bekommen.

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Property Release an einem praktischen Beispiel

Ein Property Release wird bei kommerziell genutzten Bildern benötigt, wenn das Motiv geschlossene Räume zeigt oder Gegenstände, die urheberrechtlich geschützt sind. Das können beispielsweise Kunstgegenstände sein. Bei letzterem kann es zum Beispiel durch den Künstler, üblicherweise gegen eine Gebühr, ausgestellt werden. Im FontShop angebotene lizenzfreie Bilder sind mit einem Property Release ausgestattet, so dass sich der Kunde jederzeit auf der sicheren Seite wähnen kann.

RechtlichesWas geschehen kann, wenn man auf diese rechtliche Sicherheit bewusst oder unbewusst verzichtet, zeigt ein aktuelles Beispiel aus dem Schweriner Umland. Dort wurde die Skulptur »Herz mit gelber Nase« des Bildhauers Udo Richter vor dem Skulpturenpark des Schlosses Wiligrad am Schweriner See von einem Fotografen aufgenommen. Der Fotograf verkaufte das Bild später einer Agentur. Die Agentur wiederum verkaufte das Bild im Rahmen einer Kampagne an den lokalen Stromversorger Wemag. Das alles geschah ohne die Genehmigung, ohne die Nennung oder gar Bezahlung des Skulpturenkünstlers.

Das Amtsgericht Rostock hatte nun über die Sache zu urteilen. Die zuständige Richterin entschied die Sache deutlich zugunsten des Bildhauers und sprach ihm unter anderem eine Entschädigung von 2.750 Euro zu. Verständlicherweise will Udo Richter nun auch gegen die Werbeagentur vorgehen. Ein Property Release wäre hier nicht nur deutlich günstiger, sondern auch stressfreier gewesen.